Zu jener Zeit, als den Herstellern von Büchern die modernen Reproduktionstechniken noch nicht zur Verfügung standen, verwendeten sie zur Illustration Stahl-, Kupferstiche und (seltener) Holzschnitte. Gerne greife ich, so in diesem Buch, auf die alten Bilder zurück wenn ich einen Text von mir illustriere. Ein weiterer Gedanke. Traditionell dient eine Illustration der bildlichen Darstellung, der Erweiterung und Vertiefung dieser Textpassage. Die Illustration "dient" dem Text. Nach meinem Konzept, das eine Verschmelzung von Wort und Bild anstrebt, hat die Illustration ein wesentlich anderes Ziel. Sie will den Leser anregen, zu dem in dem Textabschnitt angesprochenen Thema eine eigene Geschichte zu fabulieren. Auf diese Weise entsteht mit Hilfe der Phantasie des Lesers eine "Gesamtkollage": einem Stück Text gemä Erzählstrang des Autors - einem erweiterndes Phantasiegebilde des Lesers - einem Stück Text ... usw. Man kann das Verhältnis von Textteilen und Bildern auch als Synonyme bezeichnen. Dieses Konzept ermöglicht mir auch, Bilder, die in einem anderen Zusammenhang geschaffen wurden, zu verwenden.